[Dies ist ein Gastbeitrag von Nike im Rahmen von Konnas Blogjulklapp]
So, hier sitze ich nun also. Und denke darüber nach, was ich für meinen Gasteintrag beim Herrn Domschi schreiben kann. Himmel, Herr Domschi ist 17, ich bin 35. Wenn ich alleine sehe, was für Musik “die Jugend von heute” (was für eine schreckliche Verallgemeinerung) respektive Herr Domschi hört - schon da trennen uns WELTEN.. Ich kenne NIX davon (vielleicht sollte ich ihn mal um ein Mixtape bitten *lach*)
Ich kann mich noch gut daran erinnern wie es war, als ich 17 war. Nicht, dass ich mich gerne daran erinnere. Und so viele Leute mir auch erzählen “Hach, ich wäre gerne noch mal soo jung!” - Nein, ich möchte nicht noch mal 19 sein. Zumindest nicht so wie damals.
Ich war mit 19 sowas von langweilig. Ich war die, die schon mit 15 ihren ersten Freund hatte (und ihn mit 19 immer noch hatte). Ich war die, die nie in Diskos ging, sondern zu Videoabenden. Mit den anderen Pärchen, versteht sich. Ich war die, die immer mit den gleichen Leuten rumhing. Mit den anderen, die für ihr Alter viel zu erwachsen und vernünftig waren. Ich war die, die sich nie viel zugetraut hat und die sich vielleicht sogar grauer und mausiger gemacht hat, als sie war. Ich war die, die nie richtig Kontakt zu den anderen, den Coolen, bekam, weil ich einfach nicht dazu gehörte. Ich war die, die nie irgendwo dabei war.
Wahrscheinlich kennt oder kannte jeder, der das hier liest, jemanden in seiner Jahrgangsstufe - oder der Schule und denkt jetzt “Na klar, das erinnert mich an den X oder die Y!”
Nein, so möchte ich nicht noch mal sein. Statt mit 15, 16, 17 das zu machen, was „alle“ machen - Disko, Partys, Fremd-Übernachtungen - war ich damals viel zu ängstlich, um meine Eltern auch nur zu fragen, ob ich bei einer Freundin übernachten dürfte. Mein Bruder war da ganz anders, und wurde dafür von mir eine ganze Zeitlang neidisch beäugt. Denn er blieb einfach mal eine Nacht weg - oder legte einen Zettel hin, wenn er einen Freund oder eine Freundin mitbrachte, der/die über Nacht blieb.
So hielt ich mich an Videoabende, ruhige Raclette-Abende, ab und an mal ne Party, Kinobesuche - natürlich mit den anderen Pärchen. Ohne etwas zu vermissen.
Ich hatte das, was ich „meine wilden Zeiten“ nenne, mit 28 - da war ich schon 3 Jahre verheiratet mit.. richtig geraten, demjenigen, mit dem ich schon zusammen war, als ich 15 war. Und plötzlich fiel mir auf, was ich versäumt hatte - damals, mit all den anderen Pärchen.
Und noch etwas fiel mir auf: ich musste mich gar nicht verstellen, um akzeptiert zu werden. Auf einmal war es ganz einfach, ich selbst zu sein - und trotzdem gemocht zu werden.
Trotz allem: Nochmal 17 sein!? Nein, nicht mal mit dem Wissen von heute. Ich beneide die heutigen 17jährigen nicht um ihr Jung-Sein… Sie haben noch einen weiten Weg vor sich. Auch wenn das genau die Worte sind, die ich selbst mit 17 ganz sicher nicht hören wollte.